Angst vor Nähe in der Beziehung

Bindungsphobiker - Wenn eine Beziehung als Bedrohung empfunden wird.

Ein großer Teil der Menschen wünscht sich aus vollem Herzen eine Liebesbeziehung, die sie erfüllt, ihnen Geborgenheit schenkt, aber ebenso Sicherheit gibt. So lernen Partner sich langsam kennen, fühlen sich wie magisch zu einander hingezogen, entdecken gemeinsame Interessen, verlieben sich ineinander und sollten sich jetzt eigentlich an ihrer Beziehung erfreuen. Doch es gibt Menschen, die sich aus scheinbar nicht zu erklärenden Gründen jetzt unwohl in der Nähe ihres Partners fühlen. So ziehen diese sich jetzt zurück, zeigen sich unzuverlässig bei Dates und tauchen ohne eine Erklärung einfach ab. Diese Menschen haben schlichtweg Angst vor Nähe.

In diesem Fall bleibt dann ein Partner zurück, der die Welt nicht mehr versteht. Gerade war es noch so schön und plötzlich das. Es gibt einige Menschen, die sich vor Nähe diffus ängstigen und die Flucht ergreifen, wenn es gerade am Schönsten ist. So haben manchmal auch Personen mit einer Bindungsangst zu kämpfen, wenn sie sich lediglich mit Affären zufrieden geben, aber ansonsten Single bleiben. Sogar Paare die lange Zeit eine destruktive Partnerschaft führen oder bei Dreiecksbeziehungen kann eine Angst vor festen Bindungen dahinter stecken.

Diffuse Ängste sind nicht greifbar. So spüren Betroffene durch die Nähe ihres Partners ein unbehagliches Gefühl, kommen sich eingeengt vor oder fühlen ein körperliches Unwohlsein. Dies kann sogar so weit gehen, dass es Panikattacken kommt. Die Gründe dafür können zum einen in Kindheitserlebnissen zu finden sein. Zum anderen sind aber auch nicht selten seelische Verletzungen aus vergangenen Beziehungen Schuld an der Angst vor Nähe.

Welche Anzeichen sprechen für eine Bindungsangst?

Nicht immer spricht ein Unbehagen, sich auf eine Partnerschaft einzulassen, gleich für eine Bindungsangst. In einigen Fällen ist es lediglich die Unsicherheit, ob der Partner tatsächlich der Richtige ist der Auslöser.

Folgende Anzeichen sprechen aber für eine echte Bindungsangst:

  1. Rückzug in emotionaler Hinsicht

In diesem Fall ist der Partner zwar körperlich zugegen, entzieht seinem Partner aber sowohl die emotionale Nähe, als auch Liebe. Das heißt, Betroffene bleiben im Inneren stets distanziert, so dass die Erwartungen des Anderen immer wieder aufs Neue enttäuscht werden.

  1. Flucht in Hobbys oder den Beruf

Um ja keine Nähe zum Partner entstehen zu lassen, flüchten sich viele Betroffene gerne in zeitintensive Freizeitaktivitäten oder aber in ihren Job. Arbeit, sowie Hobbies stehen demnach an erster Stelle.

  1. Räumlich Distanz wahren

Häufig sorgen Betroffene ebenso für Hürden räumlicher Art. So suchen sich diese Menschen, beispielsweise, gerne einen Partner im Netz und gehen auf diese Weise Fernbeziehungen ein. Auf diese Weise verhindern sie ganz einfach, dass keine allzu enge Nähe entstehen kann. Manchmal suchen sich diese Betroffenen auch gerne einen zeitintensiven Job bei sie ständig auf Achse sind.

  1. Andauernde Suche nach dem perfekten Partner

Ein beliebter Abwehrplan von Menschen mit Bindungsangst ist auch, dass sie bislang einfach noch nicht ihren perfekten Partner gefunden haben. Kein Partner scheint es ihnen recht machen zu können, ist nicht genügend attraktiv, erfolgreich oder charmant.

  1. Beziehungsverweigerung durch sexuelles zurückziehen

Ein Rückzug emotionaler Art kann sich auch zeigen, indem Betroffene sich in sexueller Hinsicht rarmachen. Anfangs scheint hier noch alles in Ordnung zu sein. Sobald sich der Bindungsängstliche aber allzu eingeengt fühlt, schwindet auch die sexuelle Lust. Gerade Sexualität besitzt eine enorme Kraft, wenn es um die Bindung in einer Partnerschaft geht. So kann diese zum einen ein Paar stark aneinander binden, aber ebenso trennen, wenn diese von einem Partner verweigert wird. Durchaus gibt es aber auch Betroffene, die sich zwar auf die körperliche Nähe einlassen, aber emotionale Nähe verweigern.

  1. In Dreiecksbeziehungen oder Fremdgehen flüchten

Oftmals gehen Menschen mit Bindungsangst fremd. Sie fürchten sich davor von dem Partner zu sehr in Beschlag genommen zu werden, wenn sie sich gänzlich auf die Partnerschaft einlassen. Aus diesem Grund legen sie sich ungern fest und vermeiden dies indem sie untreu sind. Durch eine Dreiecksbeziehung oder durch einen Seitensprung wird hier vermieden, dass man sie zu nahe kommt. Nicht selten wird eine Partnerschaft außerdem von Betroffenen vor Familie, wie Freunden verleugnet.

  1. In Grenzen, wie Regeln flüchten

Nicht selten muten Betroffene ihren Partnern außerdem strenge Grenzen zu, so dass diese dann das Gefühl haben ausgeschlossen zu werden. So benötigen Menschen mit Bindungsangst stets das Gefühl Distanz, wie Nähe kontrollieren zu können. Sich vorzustellen, dass sie für immer mit ihrem Partner zusammenbleiben, löst Furcht aus.

  1. Flüchten, indem man den Partner wegstößt

Ebenso wirkungsvoll, wie passiv strategisch ist das Wegstoßen des Partners, indem man sich so verhält, dass dieser sich zurückzieht oder gar gleich trennt. Auf diese Weise müssen Betroffene ihrem Partner nicht aktiv wehtun und erreichen dennoch ihr Ziel.

Woher kann Bindungsangst kommen?

Oftmals wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie mit diffusen Ängsten zu kämpfen haben, die es ihnen erschweren eine feste Partnerschaft einzugehen.

Folgende Ängste stehen hier oft im Vordergrund:

  • Angst vor Ablehnung
  • Angst selbst zu versagen
  • Angst vor zu viel Verantwortung
  • Angst vor Ausnutzung
  • Angst vor Verlust der Kontrolle
  • Angst sich lächerlich zu machen
  • Angst vom Partner vereinnahmt oder bevormundet zu werden

Sämtliche Arten von Ängsten sind angeboren. So handelt es sich um Erfahrungen, die im Leben gemacht wurden.

Wie gilt es mit Bindungsangst umzugehen?

Ein jeder geht anders mit Beziehungsängsten um. Während sich der eine von einer Partnerschaft in die die nächste stürzt, bleiben andere lieber dauerhaft Single. Wieder andere hingegen kämpfen mit Frust, da sie ihren perfekten Partner noch nicht gefunden haben und hoffen aber weiterhin, dass sie ihn noch finden.

Wer allerdings in absehbarer Zeit eine glückliche, langanhaltende Beziehung eingehen möchte, kommt nicht umhin sich seinen Ängsten zu stellen. Es gilt Wege zu finden mit diesen Ängsten umzugehen, denn Angst vor Nähe kann besiegt werden. Manchmal kann es hilfreich sein, hier die Hilfe eines Experten zu beanspruchen.

Angst vor Nähe in der Beziehung Fazit:

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Menschen Angst vor der Nähe in einer Beziehung haben. Oftmals sind es Erfahrungen, die im Laufe eines Lebens dafür gesorgt haben, dass es zu Bindungsängsten kommt. Betroffene tun sich schwer damit sich völlig auf einen Partner einzulassen und sorgen bei zu viel Nähe automatisch dafür, dass wieder eine gewisse Distanz gewahrt wird. Einer glücklichen Partnerschaft kommt dieses Verhalten natürlich nicht zu Gute, so dass es diese Ängste zu besiegen gilt.

Oft gesuchte Begriffe:

Patricia Jagoda

Wer Männer kennt, wird mir zustimmen dass im Bezug auf das Thema Liebe sehr oft die gleichen Verhaltensmuster auftreten. Diese gesammelten Erfahrungen möchte ich Ihnen an dieser Stelle weitergeben.

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